Faircup: Mehrweg statt Plastikmüll in Göttingen

Göttingen. Das Faircup-Projekt der Berufsbildenden Schulen geht in die zweite Runde. Seit Dienstag bieten zwei Göttinger Supermärkte Waren an der Wursttheke auch in Mehrwegverpackungen an. In dem bundesweiten Pilotprojekt können die benutzten Behälter zusammen mit Leergut an einem Pfandautomaten wieder abgegeben werden. Sie werden gespült und können bis zu 500 Mal genutzt werden. Die Idee für Faircup entstand im Unterricht an den Berufsbildenden Schulen II in Göttingen. Ein wiederverwertbarer Kaffeebecher wird bereits seit Februar 2017 in vielen Bäckereien in Göttingen ausgegeben.

Mehrweg statt Pappe…

Göttingen 02.05.2018. Ein Institut macht sich frei von Pappbechern. Der Kantinenchef Herr Krüger vom MPI (Max-Planck-Institut, Am Faßberge in Göttingen) : „Es reicht nicht nur zu reden, man muss handeln – raus mit den Pappbechern und rein mit Mehrweg! – Ab sofort gibt es bei uns keine Alternative mehr. Projekte, wie der FairCup gehören unterstützt und nicht sabotiert.“

Am 02.05.2018 hat das MPI-Institut am Faßberge den FairCup eingeführt. Ab diesem Stichtag wurden hier keine Pappbecher mehr ausgegeben. Eine Entscheidung, die Herr Krüger bis heute nicht bereut hat. Seit er die neuen Becher im Einsatz hat, werden keine Becher mehr in großen Mengen in die Labore einfach mitgenommen. Auch kommen die Becher zurück oder werden aufgefüllt. Der Kaffeekonsum hat sich nach der konsequenten Umstellung nicht reduziert, lediglich der Müll und die Anzahl der täglichen Becherflut.

Herr Krüger freut sich, da sein konsequenter Weg zum einen messbar Müll reduziert hat, die Becher nun zirkulieren und die Kantine auch noch „Geld“ spart. Wir mussten täglich 100 von Einwegbechern auffüllen. Seit wir den FairCup haben, müssen wir gar nicht mehr auffüllen. Die Investition in den Mehrwegbecher hat sich für uns mehr als gelohnt und war schon nach wenigen Wochen sehr erfolgreich.

real: FairCup jetzt an den Frische-Theken im Supermarkt

GÖTTINGER MEHRWEGSYSTEM FAIRCUP IST AB HEUTE IM EINSATZ

Das Göttinger Mehrwegsystem FairCup ist ab heute in den Real-Märkten im Kaufpark und in Göttingen-Weende im Einsatz. Das System vermeidet Einmalverpackungen bei Lebensmitteln und nutzt stattdessen Mehrwegbehälter. Bei der Einweihung am heutigen Vormittag im Real-Markt Weende waren unter Anderem der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin und die Initiatorin von FairCup selbst, Sibylle Meyer, mit dabei. Sie ist Berufsschullehrerin an der BBS 2 in Göttingen und erklärt das Pfandsystem ihrer Erfindung: „Hier haben wir natürlich das große Glück, dass Bäcker in den Supermärkten drin sind, wie zum Beispiel Hermann. Hermann vertreibt den Kaffee. Das heißt, ich kann mir den Kaffee holen, kann durch den Supermarkt schlendern und an der Fleischtheke oder an der Käsetheke oder an der Fischtheke den Becher mit meinem Produkt, was ich haben möchte, bekommen. Es wird abgewogen. Es kommt ein Etikett drüber, sodass der Becher verplombt ist. Das wird über einen Scanner gezogen und dann ist der Kauf eigentlich schon erledigt. Und wenn ich wieder zurück komme als Kunde, bringe ich ihn einfach mit meinem Leergut in den Automaten und kriege im Prinzip meinen Bon und den Bon kann ich hier wieder mit meinem Einkauf einlösen.“ → mehr

Für Automatennutzung zertifiziert

Göttingen. Viele Mehrweganbieter behaupten automatentauglich zu sein. Doch nur der, der ein Zertifikat vorweisen kann, ist wirklich Automatentauglich und erprobt. Seit April 2018 verfügen wir über ein solches Zertifikat für Tomra Systems Automaten.

Tomra Systems verfügt über 30.000 Standorte bundesweit, hauptsächlich in Supermärkten .

Ab Juli 2018 erhalten wir für alle Berchergrößen und Mehrwegdeckel die Zertifizierung, ab dann können unsere Becher auch im Supermarkt als Verpackungsersatz genutzt und über den Pfandflaschenautomaten zurückgegeben werden.

Dies ist, wie unser Laudator, Jürgen Trittin, gesagt hat, „ein großer Schritt für die Menschheit!“

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