FairCup erhält den Blauen Blauer Engel macht Kaffeetrinken unterwegs umweltfreundlicher – FairCup erhält Umweltzeichen

21.Mai 2019 //

Umweltministerin Svenja Schulze verlieh heute dem Start-Up-Unternehmen FairCup den ersten Blauen Engel für ihre Mehrwegbecher. Was als Schülerprojekt der berufsbildenden Schule II in Göttingen begann, hat sich in Windeseile zunächst im norddeutschen Raum und mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet. Ziel des Blauen Engel für ressourcenschonende Mehrwegbechersysteme (DE-UZ 210) ist es, Einwegbecher zu reduzieren und umweltverträgliche Mehrwegbechersysteme zu stärken.

Den ersten Kaffee „auf die Hand“ gab es in Deutschland 1996. Mittlerweile greifen deutschlandweit 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher besonders häufig oder gelegentlich zu Coffee-to-go-Bechern. Neuste Erhebungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung gGmbH (ifeu) im Rahmen eines aktuellen Forschungsvorhabens beziffern im Außer-Haus-Verkauf eine Gesamtmenge von 2,8 Mrd. Einwegbechern jährlich ‒ davon ca. 1,2 Mrd. To-go-Becher. Die Folge: Immer mehr weggeworfene Einwegbecher verschmutzen öffentliche Plätze, Straßen und die Natur. Das Littering – also das achtlose Wegwerfen der Abfälle im öffentlichen Raum – sowie überfüllte Papierkörbe sind für die Kommunen eine kostspielige Herausforderung.

Für die Einwegbecher werden wertvolle Ressourcen wie Holz und Kunststoff sowie Wasser und Energie benötigt und dass, obwohl die Nutzungsdauer der Einwegbecher nur rund 15 Minuten beträgt.

Das Startup FairCup entstand 2016 auf Initiative der Lehrerin Sibylle Meyer und ihren damaligen Schülerinnen und Schülern der berufsbildenden Schule II in Göttingen, die eine Lösung für das Umweltproblem finden wollten. Besonderheit bei den FairCup-Bechern ist, dass sie zum einen zwei Deckelvarianten im Pfandsystem haben und zudem auch in Leergutautomaten in beteiligten Supermärkten zurückgegeben werden können. Das führt dazu, dass unsere Becher nicht nur für Getränke eingesetzt werden können, sondern auch als Verpackungen an den Frischetheken. So können auch Joghurt, Salate, Eis, Oliven, Fisch, Käse, Gemüsesticks, Müsli etc. abgefüllt werden. Unser Automaten Partner hat schon jetzt 30.000 Standorte bundesweit, die Tests laufen aber derzeitig nur in ausgewählten Supermärkten in Göttingen und nun auch in Hildesheim.

Die Kriterien des Blauen Engel beinhalten sowohl Anforderungen an die Becher selbst als auch an die Anbieter. Bei der Herstellung der Mehrwegbecher und -deckel müssen u. a. umwelt- und gesundheitsbelastende Materialien vermieden werden. Ausgeschlossen sind beispielsweise Melaminharze und Polycarbonat-Kunststoffe, die Bisphenol A freisetzen können. Um das Abfallaufkommen nicht zu erhöhen, müssen die Becher ein „werkstoffliches Recycling“ ermöglichen. Dies bedeutet, dass Becher aus Kunststoff nur aus sortenreinem Kunststoff ohne Beschichtung mit anderen Materialien hergestellt werden dürfen. Außerdem müssen die Becher langlebig sein und eine Lebensdauer von mindestens 500 Spülzyklen aufweisen. Ökobilanzielle Rechnungen zeigen, dass die Umlaufzahl eines Bechers, das heißt die Häufigkeit seiner tatsächlichen Wiederverwendung, ein wichtiges Kriterium zur Umweltentlastung darstellt. Daher ist die Umlaufzahl der Becher jährlich für das Kalenderjahr zu ermitteln2019 .

Bunt und Hunderte Male befüllbar: Die FairCups sind nun auch in Hameln im Einsatz. Foto: Stadt Hameln. Vom 0,2 Liter zum 0,5 Liter Becher und immer passt der Deckel. Beim zweiten Deckel von links handelt es sich um den Verschlussdeckel!

Weiterhin muss ein Pfand auf Becher und Deckel gefordert werden. Zudem müssen Becher und Deckel am Ende ihrer Lebensdauer zurückgenommen und einer werkstofflichen Verwertung zugeführt werden. Die Anbieter müssen sich überdies verpflichten, die „Guten Regeln“ für den Heißgetränke-Ausschank einzuhalten: Kundinnen und Kunden soll immer erst der Mehrwegbecher und -deckel angeboten werden oder kundeneigene Becher befüllt werden. Weiterhin müssen die Mehrwegbechersystem-Anbieter nachweisen, dass ihr Logistikkonzept zur ökologischen Optimierung von Transportwegen und von Transportfahrzeugen beiträgt.

Wenn Anbieter wie Bäcker oder auch Getränkeausschänke auf Festivals vorrangig Mehrwegbecher anbieten und auch kundeneigene Individualbecher füllen („bring your cup“), können sie ihr Engagement für die Umwelt nunmehr mit dem neuen Blauen Engel sichtbar gegenüber den Verbraucherinnen und Verbraucher kommunizieren.

Der Blaue Engel ist seit 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung. Unabhängig und glaubwürdig setzt er anspruchsvolle Maßstäbe für umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen. Der Blaue Engel ist die Orientierung beim nachhaltigen Einkauf. Er kennzeichnet über 12.000 Produkte und Dienstleistungen von rund 1.500 Unternehmen.


FairCup ein Pfand-Mehrwegsystem – vielseitig einsetzbar

Littering im Park
  1. Hintergrund
  2. Der Kaffeekonsum
  3. Polypropylen – ein nachhaltiges Material
  4. Das FairCup System
  5. Das Umweltsiegel – Blauer Engel
  6. Quellen

Der Außer-Haus-Markt nimmt stetig und exponentiell zu und der Umweltgedanke bzw. das Umweltbewusstsein nimmt ab. Die Klimaschutzziele sind schon jetzt nicht mehr erreichbar. Hinzu kommt das sichtbare Littering von Einwegbechern und Verpackungen in den Städten sowie eine schnelle Füllung der öffentlichen Abfalltonnen, da die Becher durch ihr Volumen die Tonnen schnell füllen. So können in einer berufsbildenden Schule mit knapp 2.000 Schülern und Schülerinnen schon mal 120 Liter Säcke Abfall durch Einwegverpackungen auf dem Schulgelände neben den Abfalleimern im Gebäude zusammenkommen. Seit wir den FairCup in der Schule eingeführt haben, haben wir bei 75 Prozent Einsatz von Mehrweg diese Menge deutlich reduzieren können. Dies sollte Anlass genug sein über ein Pfand-Mehrwegsystem flächendeckend nachzudenken.

  1. Hintergrund
Bild 1: Zusammensetzung und Anteile der Materialien eines handelsüblichen Coffee-to-go-Bechers

Ein weiteres Problem der stetigen Zunahme des Außer-Haus-Marktes ist die Diskrepanz zwischen vorgesehener und realer Entsorgungsstruktur, damit ist die Wertstoffsammlung und der Recyclinganteil gemeint. Schon lange wissen wir, dass unsere Ressourcen endlich sind, dennoch verschwenden wir unsere Ressourcen, so auch im Bereich des Einwegbechers. Deutschlandweit greifen inzwischen 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher besonders häufig oder gelegentlich zu Coffee-to-go-Bechern [1]. Neueste Erhebungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung gGmbH (ifeu) im Rahmen eines aktuellen Forschungsvorhabens beziffern im Außer-Haus-Verkauf eine Gesamtmenge von 2,8 Milliarden Einwegbechern jährlich [5], davon etwa 1,2 Milliarden to-go-Becher. Zählt man Einwegbecher für Kaltgetränke hinzu, liegt diese Zahl wesentlich höher. Die Zahlen zeigen die Relevanz von Einwegbechern, die vor allem im Heißgetränke-Bereich meist aus Papierfasern bestehen und innen mit einer dünnen Kunststoffschicht aus Polyethylen überzogen sind. Die Papierfasern sind zu 70 Prozent aus Frischfasern, da Recyclingfasern für den Einsatz im Lebensmittelbereich in der Regel problematisch sind. So kommen diese Bestandteile z.B. aus Skandinavien, Kanada oder den Tropenwäldern. [4] Danach werden die Fasern nach Asien geliefert und zu Bechern verarbeitet, die dann auf dem europäischen oder amerikanischen Markt zum Einsatz kommen. Hierbei handelt es sich um einen Verbundstoff, der sich nicht einfach recyceln lässt, da die Pflanzenfasern sich mit dem Kunststoff verbunden haben. Der Aufwand für die Trennung ist so hoch, dass das gewonnene Papier bzw. Pflanzenfasern nur als Spukstoffe verwertet werden können. Bevor also dieser Aufwand betrieben wird, werden Pappbecher einfach verbrannt und so zu Energie.

Was hierbei nicht bedacht wird ist das die Bäume 20 bis 80 Jahre wachsen müssen, bis sie geerntet werden können. Auch die Aufzucht von Bäumen für die Papiergewinnung ist ökologisch bedenklich. Hinzu kommen noch die Kunststoffdeckel, die üblicherweise aus Polystyrol bestehen. Einwegbecher für Kaltgetränke werden vorrangig aus fossilem Kunststoff hergestellt. Typische Kunststoffsorten sind hier Polypropylen, Polystyrol und Polyethylenterephthalat. Neben dem Ressourcenverbrauch und den damit verbundenen Umweltauswirkungen entstehen durch das hohe Abfallaufkommen auch zusätzliche Belastungen für die kommunalen Abfallbetriebe. Darüber hinaus stellt die Umweltverschmutzung durch das achtlose Wegwerfen von Einweggeschirr und anderem Abfall in Straßen, Parks oder der Landschaft (Littering) ein Problem dar. Zur Minderung der Umweltauswirkungen und des Abfallaufkommens von Einwegbechern können Mehrwegbecher genutzt werden. Jedes Jahr werden etwa 300 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Vom Legostein bis zum Joghurtbecher, vom Gartenstuhl bis zum Fischernetz, Fahrradreifen, Klobrillen, Autoteile, Einmalbesteck, Handys – die Welt ist voller Plastik. Dabei ist Plastik kein schlechter Werkstoff, wenn auch dieser mehrmals benutzt bzw. recycelt werden kann. Kunststoffe kommen in der Natur nicht vor und werden künstlich hergestellt. Es gibt viele Arten von Kunststoffen, gummiartig-weiche Kunststoffe oder welche, die hart sind. Manche sind durchsichtig, andere bunt. Kunststoffe halten ziemlich lang. Das ist praktisch, aber auch ein Problem. Denn in der Umwelt verschwinden Kunststoffe nicht so schnell wieder. Sie zerfallen nicht wie Holz oder andere Stoffe aus der Natur, sondern werden in immer kleinere Teilchen zerrieben. Es dauert zum Beispiel 450 Jahre, bis sich eine normale Getränkeflasche aus Plastik vollständig aufgelöst hat. Der Plastikabfall nimmt jährlich zu.

2. Kaffeekonsum

Der Kaffeeumsatz in Deutschland betrug 2017 pro Kopf 65,27 EUR und wird bis 2021 voraussichtlich um 2 Prozent pro Jahr auf dann etwa 70,53 EUR steigen. In der neuesten Erhebungen des Instituts für Energie- und Umweltforschung gGmbH (ifeu) wird von 41 Liter Kaffee pro Kopf ausgegangen. Hiervon werden 25 Prozent im Einwegbecher angeboten. Unsere eigenen Recherchen haben ein ähnliches Bild ergeben, wie die Bilder 2 und 3 zeigen.

Bild 2 links: Kaffeeumsatz pro Kopf in Deutschland (2017 bis 2021)
Bild 3 rechts: Kaffeekonsum von Kaffeetrinkern in Deutschland (2017)
Quelle: Deutscher Kaffeeverband, Statusreport

Betrachten wir dazu die Tendenz von Verpackungen, liegt der Verbrauch 2013 pro Kopf bei 212,4 kg und wuchs bis 2016 um 1,3 % pro Jahr auf 220,5 kg. Beziehen wir dies auf die Entwicklung den pro Kopfverbrauch von Kunststoffverpackungen, ergibt sich Bild 4 und 5.

Bild 4 links: Pro-Kopf-Verbrauch von Verpackungen (2013 bis 2016)
Bild 5 rechts: Kaffeeumsatz pro Kopf in Deutschland (2017 bis 2021)
Quelle: GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH

Bei der Erhebung des Instituts für Energie- und Umweltforschung gGmbH (ifeu) wurden die Zahlen der Deutschen Umwelthilfe für den Außer-Haus-Verkauf einer Gesamtmenge von 2,8 Milliarden Einwegbechern jährlich bestätigt [5]. Interessant an dieser Menge ist jedoch die Aufschlüsselung, die hier erstmalig gegeben wurde.

Bild 6: Aufkommen an Einwegbechern und -deckeln in Deutschland in Milliarden Stück
Quelle: ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH; Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH (IÖW); GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH; Klimaschutz+ Stiftung: 12.+13.11.2018

Anhand der Grafik ist gut zu sehen, wie viele Polysterol (PS)-Becher, wie viele Papierbecher und wie viele Deckel pro Jahr verwendet werden. Dabei spielt nicht nur der Becher eine ökologische Rolle, sondern auch der Deckel. Ein System, welches sich im Markt durchsetzen will, wird zu seinem Mehrwegbecher auch einen Mehrwegdeckel anbieten müssen. Diese Kriterien, welches auch für die Vergabe des Umweltsiegels Blauer Engel als notwendig angesehen wird, erfüllt das FairCup-System.

Bild 7: Aufkommen an Einwegbechern und -deckel in Deutschland in Tonnen
Quelle: ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH; Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH (IÖW); GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH; Klimaschutz+ Stiftung: 12.+13.11.2018

Die oben angegeben Mengen wurden auch für die Abfallwirtschaft in Betracht gezogen, da für den Abfall und deren Entsorgung in der Regel die Kommunen und weniger die Verursacher herangezogen werden. Betrachten wir das Aufkommen Deutschlandweit in Tonnen (Bild 7). Der Massenanteil an Einwegbechern und Deckel ist gering gemessen am Aufkommen und den zur Verwertung erfassten Stoffströmen innerhalb der Materialfraktionen von Polystyrol und Papier. Auch ist die Verwertungsquote, das heißt auch die Quote, die für eine Recycling in Frage kommt, sehr gering und macht gerade mal 0,3 % aus. Die Bundesregierung hat gerade hier mit dem neuen Gesetz hohe Maßstäbe gesetzt, die wohl wie die Klimaziel kaum erreicht werden. Betrachten wir nun das hohe Abfallvolumen in den öffentlichen Abfalleimern so sehen die Zahlen etwas anders aus. Nach Überschlägiger Berechnung (Füllvolumen der Becher zuzüglich 10 Prozent Hülle und Randzugabe) beträgt diese fast 475.000 m³ Abfall nur durch die Papierbecher. Das heißt alle Becher ergeben etwa 700.000 m³ Abfall. Dies führt in den Städten und Kommunen zu einer Überfüllung von Abfalleimern und somit zum Littering. Plastik und Papier sind die Top-Litter Materialien durch laminierte Papiergegenstände, die laut EU Kommissar Vella mit zu den häufigsten am Strand aufgefundenen Produkten zählen. Das abfallwirtschaftliche Problem mit den Einwegbechern (und Deckeln) ist demnach vor allem das Littering sowie der Anfallort des Abfalls in den öffentlichen Abfalleimern. Dabei liegt die Entsorgungslast bei den Kommunen. Viele Kommunen registrieren hier eine Zunahme des Abfallaufkommen in den Einkaufsstraßen und begegnen diesem mit mehr Abfalleimern, statt die Verursacher mit ins Boot zu holen oder in ein PfandMehrwegsystem zu investieren.

3. Polypropylen – ein nachhaltiges Material

Polypropylen (PP) hat eine lange Geschichte. In Deutschland entdeckte 1954, Karl Rehn, dieses Material von den Farbwerken Hoechst. Gleichzeitig wurde das Material vom Wissenschaftler Giulio Natta in Italien synthetisiert und industriell hergestellt. Es ist ein Thermoplast mit hoher Stabilität und Chemikalienbeständigkeit. Allerdings ist es härter und wärmebeständiger. Es kann kurzfristig auf 140 °C erhitzt werden. Kaffeemaschinen und Wasserkocher sind in der Regel aus PP. Sinkt die Temperatur auf unter 0 °C, so kann das Material spröde werden. Um dies zu vermeiden gibt es so genannte Copolymerisate mit Ethen. Die Besonderheit des Polypropylens ist die Taktizität, d.h. die Reihenfolge der Methylreste bei der Polymerisation. Je nach Anordnung der Methylreste werden die Polymere in drei Gruppen unterschieden. Auch ist die Taktizität für die Eigenschaften des Kunststoffes mit verantwortlich. Daher ist es für die Qualität eines Polypropylens schon entscheidend, um welche Art der Taktizität es sich handelt. Das Polypropylen ist ein Thermoplast, d.h. das Granulat (kleine Körner) wird erhitzt bis es flüssig ist und in Form gebracht. Nach dem Abkühlen entsteht das Polymer in seiner neuen Form, beispielsweise als Becher. Thermoplaste, auch Plastomere genannt, sind Kunststoffe, die sich in einem bestimmten Temperaturbereich (thermoplastisch) verformen lassen. Dieser Vorgang ist reversibel, das heißt, er kann durch Abkühlung und Wiedererwärmung bis in den schmelzflüssigen Zustand beliebig oft wiederholt werden, solange nicht durch Überhitzung die sogenannte thermische Zersetzung des Materials einsetzt. Daher sind Polypropylene, kurz PP [2]:

  • reliable = Nachhaltigkeit als Produkt,
  • reusable = Nachhaltigkeit durch Wiederverwendung und
  • recyclable = Nachhaltigkeit durch Recycling.
Bild 8: Strukturformeln von Propen und Polypropylen

Polypropylen ist ein Premium-Material. Die Rückführung des Polypropylen-Materials aus den Zwischenlagen in den Herstellungsprozess ist immer sicher. Die Verwendung von Polypropylen sorgt für die vollständige Wiederverwertbarkeit am Ende des Produktlebenszyklus. Das recycelte Material wird für die Herstellung neuer Produkte genutzt und somit wird die Schadstoffausbreitung in der Umwelt minimiert. [2]

4. Das FairCup System

Der Fair-Cup-Becher ist vollständig recycelbar, da wir den Becher nicht bedrucken und auch sonst keine schädlichen Zusatzstoffe verwenden. Unsere Becher und Deckel bestehen aus nur einem Polymer (PP) und werden nach Ende Lebenszyklus (etwa 500 Gebrauchs- oder Spülzyklen) wieder zu Granulat. Der Wertstoff geht nicht verloren und bleibt im Wertstoffkreislauf erhalten, so dass dieses Produkt nicht nur ökologisch, sondern auch noch ökonomisch vorteilhaft ist. Das FairCup System besteht aus einer individualisierten Mehrwegbecherserie mit Mehrwegdeckel zum Trinken und Verschließen des Bechers, der manuell mittlerweile in vielen Regionen ausgegeben und wieder angenommen wird. Zu unseren Partnern zählen Bäcker, Eisdielen, Kaffees, Supermärkte und Tankstellen. Auch Produzenten von Lebensmitteln wenden sich an uns, um unsere Becher mit ihren Produkten zu befüllen. An unserem System ist besonders, dass unsere Becher mit Deckel automatentauglich sind, da wir den Mehrwegdeckel bereits seit 2017 im Pfandsystem in zwei Varianten anbieten. So sind unsere Becher nicht nur für Heiß- und Kaltgetränke geeignet, sondern auch als Verpackungsersatz. Wir testen gerade in zwei großen real-Märkten den Becher als Verpackungsersatz an den Frischetheken. Der Kunde kann am Fisch-, Fleisch, Wust- und Käsestand seinen Salat, Frischkäse, Parmesan, Aufschnitt oder Fisch im Becher bekommen und nach Gebrauch den Becher einfach mit dem Leergut zusammen am Leergut-Automaten abgeben. Hier sind wir bundesweit die ersten, die das testen und anbieten. Dadurch ist Alnatura auf uns aufmerksam geworden, die ihre Produkte gern in unserem Becher verpackt wissen wollen.

Das Einsatzspektrum umfasst demnach

  • Coffee-to-go in den Größen 0,2 Liter, 0,3 Liter, 0,4 Liter und 0,5 Liter (ab 2019),
  • Eisbecher-to-go für eine bis drei Kugeln Eis,
  • Getränkebecher-to-go für Smoothies, Shakes, Bier oder weitere Softgetränke aber auch Cocktails und
  • Verpackung im Supermarkt an der Frischetheke von Käse, Obst, Fisch, Gemüse und Fleisch. Es können Produkte zwischen 100 ml bis 400 ml ab 2019 auch 500 ml verpackt werden.
hier mal Eis im FairCup Bild (c) Sumit Roy

Dies zeigt, dass dieses Pfand-Mehrwegsystem die optimale Lösung für viele Einwegverpackungen ist, die nur einmalig genutzt werden und dann in der Tonne landen. Neben der Becherserie haben wir auch ein System fürs Clearing, für die Umverteilung, Reinigung, Logistik und Entsorgung entwickelt. Eine Datenbank hilft uns beim Clearen (Pfandausgleich) zwischen den Partnern, die Becher umzuverteilen, wenn Partner zu viele Becher angenommen haben oder neue Becher benötigen. Zum anderen ist eine Verfolgung der Becher per App möglich sowie ein Spül- und Lieferservice möglich. Die App, hinter der sich eine große Datenbank verbirgt kann noch mehr, beispielsweise den Bestand der einzelnen Partner messen, wenn diese Daten melden oder ihr Kassensystem mit unserer Datenbank verbinden, wie es bei den beiden real-Märkten der Fall ist. Hier erhalten wir zeitgenau die Verkaufs- und Annahmemengen. Die Schnellmelde-App ist auf alle Geräte spielbar, d.h. sie ist von mobilen Geräten genauso gut bedienbar wie auf festen Geräten. Über unsere Kunden-App können wir Kuriere gezielt leiten, da unsere Kunden-App über eine Navigationsfunktion verfügt und die Standorte angezeigt werden, die angefahren werden sollen. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass die Deckel unseres Bechers extrem dicht sind und so das Auslaufen des Inhalts verhindert wird. Dies wird zusätzlich durch die Form des Bechers erreicht. Gleiches gilt für den Verschlussdeckel, der dicht und stabil auf dem Becher sitzt, so dass Fleischsalat oder Frischkäse, Joghurt oder Milch abgepackt werden können.

5. Das Umweltsiegel – Blauer Engel

Ziel des Umweltzeichens für Mehrwegbechersysteme ist es, Einwegbecher zu reduzieren und umweltverträgliche Mehrwegbechersysteme zu stärken. Dies beinhaltet Anforderungen an die Becher selbst, die Ermittlung ihrer Umlaufzahlen und den Anreiz, Mehrwegbecher statt Einwegbecher zu nutzen.

Blauer Engel für Coffee-to-Go

Mit dem Umweltzeichen für Mehrwegbechersysteme können Mehrwegbechersysteme gekennzeichnet werden, die sich durch folgende Umwelt- und Materialeigenschaften auszeichnen:

  • Vermeidung umwelt- und gesundheitsbelastender Materialien,
  • Vermeidung von Abfall,
  • hohe Lebensdauer der Mehrwegbecher und
  • breite Einführung von Mehrwegdeckeln.

Die Vergabe des blauen Engels für das Pfand-Mehrwegsystem FairCup wird im März 2019 sein. [4]

6. Quellen

[1] Aral AG: Aral Studie, Trends beim Kaffeegenuss 2014

[2] Fair-Cup UG: Ein nachhaltiges Material – Polypropylen. Online: https://fair-cup.de/ein-nachhaltiges-material-polypropylen/ 27.01.2019

[3] RAL gGmbH (Hrg.): Ressourcenschonende Mehrwegbechersysteme. Online: Ressourcenschonende Mehrwegbechersysteme https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/gewerbe-kommune/mehrwegbechersysteme/reusable-cup-systems 27.01.2019

[4] Robin Wood: Papierherstellung. Online: https://www.robinwood.de/themen/papier

[5] Umweltbundesamt Vorhaben: Untersuchung der ökologischen Bedeutung von Einweggetränkebechern im Außer Haus-Verzehr und mögliche Maßnahmen zur Verringerung des Verbrauchs. FKZ 3717 34 339 0. Veröffentlichung der Ergebnisse im Januar 2019 geplant.

Hamelner können Kaffee künftig aus dem „FairCup“ schlürfen

Besser bechern

HAMELN. Ein Kaffee auf die Schnelle – ein Pappbecher. Und nicht nur das. Hinzu kommen noch: ein Plastikdeckel, damit die Jacke ohne braune Flecken davonkommt, eine Pappmanschette, damit wir uns nicht die Finger verbrennen, und vielleicht auch ein Plastikstäbchen, um den Zucker zu verrühren. Es bleibt: eine Menge Müll für das Bisschen Koffein. In Hameln soll dieses Problem an der Wurzel gepackt werden: „FairCup“ heißen die neuen Pfandbecher, die schon bald regelmäßig in diversen Hamelner Bäckereien und Cafés aus- und dann hoffentlich auch wieder abgegeben werden.

Innerhalb einer Stunde landen in Deutschland 320 000 Einwegbecher im Müll, rund 2,8 Milliarden pro Jahr, so zumindest die Rechnung der Deutschen Umwelthilfe. „Pappbecher“ ist dabei eine recht freundliche Umschreibung des anfallenden Mülls, denn zu rund fünf Prozent bestehen diese aus einer Kunststoffbeschichtung, die ihr Recycling erheblich erschwert.

Die Stadt Hameln will nun den Müllberg ein wenig entlasten. In Kooperation mit der Klimaschutzagentur Weserbergland führt sie den FairCup ein. Einen wiederverwendbaren „To-go“-Becher, den es schon bald in vielen Cafés und Bäckereien geben soll. „Wir hoffen, dass möglichst viele Betriebe und Hamelnerinnen und Hamelner sich an der FairCup-Aktion beteiligen und so ein Zeichen für den Umweltschutz setzen“, sagt Stefan Welling, Klimaschutzbeauftragter der Stadt.

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Hameln: Tschüss Pappbecher – hallo FairCup!

Stadt unterstützt Pfand-Mehrwegbecher

Innerhalb einer Stunde landen in Deutschland schätzungsweise 320.000 Papp-Kaffeebecher im Müll. Die Stadt Hameln macht nun einen großen Schritt, damit ihr Anteil an diesem Müllberg schrumpft. In Kooperation mit der Klimaschutzagentur Weserbergland führt sie ab sofort den FairCup ein. Einen wiederverwendbaren To-Go-Becher, den es schon bald in vielen Cafés und Bäckereien zu kaufen geben soll. Die Idee, den FairCup in Hameln zu etablieren, ist innerhalb der Steuerungsgruppe Fairtrade entstanden.

Sibylle Meyer, Geschäftsführerin der FairCup UG, hatte am vergangenen Dienstag gemeinsam mit Stefan Welling, dem Klimaschutzbeauftragten der Stadt Hameln und seiner Kollegin Barbara Schulte den Becher präsentiert. „Wir hoffen, dass möglichst viele Betriebe und Hamelnerinnen und Hamelner sich an der FairCup-Aktion beteiligen und so ein Zeichen für den Umweltschutz setzen“, sagt Welling. Deutschlandweit wurde der FairCup bereits in vielen Städten erfolgreich eingeführt. Unter anderem im nahegelegenen Lügde. „Mitmachen kann so gut wie jeder Betrieb. Wir haben Tankstellen, Kantinen, Kioske, Bäckereien, Fleischereien, öffentliche Einrichtungen und Supermärkte, die sich beteiligen“, erklärt Meyer. Hamelner FairCup-Partner sind bereits das Kultur- und Kommunikationszentrum Sumpfblume und die Bäckerei Wegener.
Damit der mit dem Blauen Engel zertifizierte Becher möglichst schnell Fuß fasst, bezuschusst die Stadt die ersten Anmeldungen. „Die ersten zehn Betriebe, die sich anmelden, bekommen das Starterpaket des FairCup von uns geschenkt“, erklärt Barbara Schulte. Das Paket besteht aus 40 Bechern und 40 Deckeln und kann ab sofort bei der FairCup UG bestellt werden.

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Pfandbecher kommt gut an

Abschied vom Pappbecher: Einen Monat nach Startschuss des Fair Cup ziehen die teilnehmenden Betriebe ein positives Fazit

Wyk: Bechermüll ade: Auch wenn das Ta-Go-Geschäft der Jahreszeit geschuldet auf der Insel Föhr aktuell noch keine Hochkonjunktur hat, können die acht teilnehmen­den Betriebe des Mehr­wegpfandsystems einen Mo­nat nach Einführung des Fair Cup dennoch ein erstes po­sitives Fazit ziehen. Die Re­aktionen der Kunden auf den Mehrwegbecher sind durch­weg positiv. Restbestände an konventionellen Pappbe­chern finden mit Aufpreis nur schwer ihre Abnehmer und sollen zukünftig ganz von Föhr und Amrum ver­schwinden. Um das Mehrwegpfandsystem noch flächendeckender anzu­bieten, würden weitere enga­gierte Betriebe – insbesonde­re auf Amrum – gesucht, so Ann-Kathrin Meyerhof von der Marketing-Abteilung der Föhr Tourismus GmbH (F TG). Die FTG gehört zu den Initiatoren der Ein­führung des Becherpfand­Systems auf den beiden In­seln.
„Bei uns läuft es mit dem Fair Cup sehr gut. Die Kun­den sind zufrieden, der Be­cher findet regen Zuspruch”, freut sich Volker Hansen, Obermeister der Bäcker-Innung Föhr-Amrum und Mit­initiator des Mehrwegpfand­systems auf den beiden In­seln. Neben dem Fair Cup bietet Hansen in seinen fünf Filialen auf Föhr weiterhin noch konventionelle Papp­becher an, um die Restbe­stände im Lager zu leeren – allerdings für einen Aufpreis in Höhe von 20 Cent..[…]

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