Pfandbecher kommt gut an

Abschied vom Pappbecher: Einen Monat nach Startschuss des Fair Cup ziehen die teilnehmenden Betriebe ein positives Fazit

Wyk: Bechermüll ade: Auch wenn das Ta-Go-Geschäft der Jahreszeit geschuldet auf der Insel Föhr aktuell noch keine Hochkonjunktur hat, können die acht teilnehmen­den Betriebe des Mehr­wegpfandsystems einen Mo­nat nach Einführung des Fair Cup dennoch ein erstes po­sitives Fazit ziehen. Die Re­aktionen der Kunden auf den Mehrwegbecher sind durch­weg positiv. Restbestände an konventionellen Pappbe­chern finden mit Aufpreis nur schwer ihre Abnehmer und sollen zukünftig ganz von Föhr und Amrum ver­schwinden. Um das Mehrwegpfandsystem noch flächendeckender anzu­bieten, würden weitere enga­gierte Betriebe – insbesonde­re auf Amrum – gesucht, so Ann-Kathrin Meyerhof von der Marketing-Abteilung der Föhr Tourismus GmbH (F TG). Die FTG gehört zu den Initiatoren der Ein­führung des Becherpfand­Systems auf den beiden In­seln.
„Bei uns läuft es mit dem Fair Cup sehr gut. Die Kun­den sind zufrieden, der Be­cher findet regen Zuspruch”, freut sich Volker Hansen, Obermeister der Bäcker-Innung Föhr-Amrum und Mit­initiator des Mehrwegpfand­systems auf den beiden In­seln. Neben dem Fair Cup bietet Hansen in seinen fünf Filialen auf Föhr weiterhin noch konventionelle Papp­becher an, um die Restbe­stände im Lager zu leeren – allerdings für einen Aufpreis in Höhe von 20 Cent..[…]

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Besser Bechern

Mehrweg statt Wegwerf. 320.000 Einweg-Kaffeebecher verbrauchen die Deutschen pro Stunde. Einriesiger “Müllberg to go”, dem nun der Kampf angesagt wird

Text: Jan-Peter Wulf

[…] ANFORDERUNG: LEICHT, BRUCHSICHER UND STABELBAR

Das Pilotprojekt “FreiburgCup” macht Schule. Berufsbildende Schule, um genau zu sein: Denn inspiriert von den Freiburgern, hat die Lehrerin Sibylle Meyer aus Göttingen das Thema Mehrweg-Becher in ihre Einrichtung gebracht. “Berufsschüler sind typische Coffee-to-go-Kunden”, erklärt sie. Aus der Idee wurde eine Abschlussarbeit des Abiturjahrgangs 2017 und dann ein “social Business”: der “fairCup” (www.fair-cup.de) Weil die örtliche Abfallwirtschaft sich nicht beteiligen wollte, entwickelten die Schüler sogar einen eigenen Finanzierungsplan und stellten einen ersten Becher vor. Der allerdings fiel in der Praxis durch: Zu klein für einen Cappuccino, der Deckel aus kompostierbarem Material nicht alltagstauglich … doch aufgegeben hat man nicht und eine Evaluation gestartet. Die ergab: Leicht, bruchsicher und stapelbar mit Mehrwegdeckel muss der “FairCup 2,0” sein. Vom ursprünglich verwendeten Biokunststoff ging man weg, recycelbares Polypropylen ist nun die Basis – ausgemusterte Exemplare können zu Granulat zerkleinert und erneut zu einem Becher geformt werden. Auch die Aufdrucke verschwanden, Sie führten beim Spülen zu Verunreinigungen. “Wir wollen, dass die Becher wieder und wieder benutzt werden”, so Sibylle Meyer

Ende 2017 hat man die Version 2 des “fairCup” in den Umlauf gebracht. Der wird sogar von Automaten akzeptiert – weswegen ebenfalls Supermarktketten ihn nutzen… […]

https://www.meininger.de/de/barista

Föhr will Pfandsystem für Kaffeebecher einführen

Vorstoß gegen Plastikmüll vom 14.02.2019 im Hamburger Abendblatt

500 mal kann ein Faircup-Becher eingesetzt werden. Bäcker und Cafés starten damit ein Pfandsystem. Auch Amrum dabei.
Föhr. Bäcker und Cafés auf Föhr und Amrum setzen in Zukunft auf ein Pfandsystem für Kaffeebecher. Sibylle Meyer, Gründerin von FairCup, hat ihr Mehrwegpfandsystem auf Föhr präsentiert und die Insulaner überzeugt. “Für uns steht fest, wir setzen auf FairCup. Und es wäre ein gutes Zeichen für die Insel, wenn so viele wie möglich auf Föhr mitmachen”, so Volker Hansen, Obermeister der Bäcker-Innung Föhr-Amrum und Inhaber von Bäcker Hansen auf Föhr mit fünf Filialen.
Hansen gab gemeinsam mit allen anderen Föhrer Bäckern, einem Bistro, einem Café und einem Kiosk den Startschuss für die Einführung des Pfandsystems. Auch Henning Claussen, Inhaber der Bäckerei Claussen auf der Nachbarinsel Amrum, will mitmachen.

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Das Umweltsiegel “Blauer Engel” für den FairCup

Gute Regeln für den Heißgetränke-Ausschank an die sich unsere Partner halten sollten

 

a) Gute Praxis: Pfandbecher statt Einwegbecher!

Einwegbecher produzieren eine Menge Abfall und sind aufgrund ihres hohen Aufkommens mit hohen Umweltauswirkungen verbunden. Bieten Sie Ihren Kundinnen und Kunden das Getränk daher immer erst in einem Pfandbecher an, sofern diese es mitnehmen möchten. Informieren Sie dabei die Kundinnen und Kunden freundlich über ihr Mehrwegbechersystem. Und geben Sie einen Einwegbecher nur aus, wenn dieser ausdrücklich gewünscht wird. Denn jeder eingesparte Einwegbecher ist ein Gewinn für die Umwelt.

b) Auf jeden Topf passt ein Deckel

Nicht nur die Einwegbecher produzieren jede Menge Abfall – auch die Einwegdeckel. Deswegen müssen Sie Ihren Kundinnen und Kunden zu den Pfandbechern auch entsprechende Mehrwegdeckel anbieten. Die Deckel müssen – wie die Pfandbecher – aus umweltfreundlichen Materialien bestehen. Sie können die Deckel entweder ebenfalls gegen Pfand anbieten oder aber an Ihre Kundinnen und Kunden als Individualdeckel verkaufen.

c) Auch gut: Befüllung von kundeneigenen Bechern

Einige Kundinnen und Kunden nutzen bereits ihre eigenen, individuellen Becher für ihren „Coffee-to-go“. Für die Umwelt ist das prima! Daher gilt: wenn die kundeneigenen Becher hygienisch in Ordnung sind, müssen sie von Ihnen befüllt werden. Beachten Sie dazu das Hygiene-Merkblatt des Bunds für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.

d) Alles hat seinen Preis – auch Einwegbecher

Unnötige Einweg-Plastiktüten sind – dank einer freiwilligen Selbstverpflichtung des Einzelhandels – fast zum Auslaufmodell geworden: 2017 wurden ein Drittel weniger Tüten ausgegeben. Und warum? Weil die Kundinnen und Kunden für die Tüten bezahlen müssen. Auch der Einwegbecher sollte einen „Aufpreis“ haben. Für ein Getränk im Pfand- oder kundeneigenem Becher muss daher ein Anreiz geschaffen werden. Dies kann z.B. über ein Rabattsystem oder aber auch durch einen realen Aufpreis für ein Getränk im Einwegbecher geschehen. Hierzu empfehlen wir Ihnen, ähnlich zu den Einweg-Plastiktüten, Ihren Kundinnen und Kunden zu vermitteln, dass dieser Aufpreis eine Art „Umweltabgabe“ für die hohen Umweltauswirkungen des Einwegbechers ist.

e) Häufiger Nutzen hilft der Umwelt!

Je häufiger ein Becher genutzt wird, desto besser für die Umwelt! Denn jeder wiederverwendete Becher spart einen Einwegbecher ein. Und um zu wissen, wie häufig ein Pfandbecher genutzt wird, ist es wichtig, seine Umlaufzahl zu ermitteln. Hierzu benötigen Sie oder Ihr Mehrwegbecher-Anbieter eine Information über die Anzahl der ausgeschenkten Getränke im Pfandbecher. Wir empfehlen Ihnen, hierzu den Getränken im Pfandbecher in Ihrem Kassensystem eine eigene Registrierungs-Nummer zuzuordnen. So können Sie dem Mehrwegbechersystem-Anbieter die Anzahl der ausgeschenkten Pfandbecher-Getränke mitteilen und ihn bei seiner Statistik zu Umlaufzahlen unterstützen. Memo: Falls Sie Bedenken haben, diese Zahlen an Ihren Mehrwegbechersystem-Anbieter herauszugeben, können Sie diese Zahlen (bei mehreren Ausschankbetrieben) auch standortübergreifend angeben oder über einen unabhängigen Dritten anonymisiert an Ihren Mehrwegbechersystem-Anbieter übermitteln lassen.
Download merkblatt-coffee-to-go

f) Weniger ist mehr

Je weniger Abfall desto besser: Die Pfandbecher dürfen daher nicht mit zusätzlichen Banderolen versehen werden (z.B. als Hitzeschutz oder Werbeträger).

g) Am Ende wird recycelt

Um auch bis zum Schluss nachhaltig zu handeln, verpflichten Sie sich dazu, alle Pfandbecher und ggf. auch Pfanddeckel zurückzunehmen, auch beschädigte. Diese geben Sie anschließend entweder an Ihren Mehrwegbechersystem-Anbieter zurück oder Sie führen Sie (als Anbieter eines eigenen Mehrwegbechersystems) selbst einem Recycling zu.

h) Zu guter Letzt: Zeigen Sie, dass Ihnen die Umwelt wichtig ist

Wenn Sie die hier aufgeführten Regeln alle einhalten, sollten Sie dies auch sichtbar machen: Nutzen Sie die „Blauer Engel“-Werbematerialien. Zeigen Sie Ihren Kundinnen und Kunden, dass Ihnen ein verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen am Herzen liegt und dass Sie sich für den umweltfreundlichen Getränke-Ausschank einsetzen.