Mit Mehrweg gegen Verpackungsmüll

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Das Göttinger Unternehmen FairCup hat dem Verpackungsmüll den Kampf angesagt. Mit einem pfiffigen Pfandbechersystem hilft es, die Berge der täglich weggeworfenen Coffee-to-go-Becher zu verkleinern. Dank zweier verschiedener Deckel lässt sich der FairCup-Becher auch für den Transport von Lebensmitteln anstelle von Plastiktüten oder Plastikverpackungen nutzen.
„Ein FairCup-Becher kann bis zu 500 Mal wiederverwendet werden. Dann kann er, da er nicht bedruckt ist, zu 100 Prozent recycelt und zu Granulat verarbeitet werden“, erklärt FairCup-Geschäftsführerin Sibylle Meyer Den FairCup-Becher gibt es in unterschiedlichen Größen und Farben. Er kann entweder mit einem Trink- oder einem dichten Verschlussdeckel verschlossen werden. Deshalb eignet er sich für Heiß- und Kalt-getränke zum Mitnehmen oder Eis to go.

Ebenso kann er als Verpackung für Müslis, Joghurts oder Frischkäse, Fleisch oder Gemüse eingesetzt werden. In Göttingen gibt es bereits über 100 Verkaufsstellen, die auf den FairCup-Becher setzen. Wer einen Überblick über ihre Standorte bekommen möchte, kann sich die kostenlose Navigationsapp über die Internetseite von FairCup auf seinem Smartphone installieren.
Aktuell werden die Gefäße mit derzeit 1 Euro auf den Becher und 50 Cent Pfand für den Deckel ausgegeben. Nach Gebrauch kann er dank seiner einmaligen Form über normale Pfandautomaten oder bei teilnehmenden Unternehmen abgegeben werden. Die Unternehmen reinigen die spülmaschinenfesten Becher dann entweder selbst oder sammeln sie in einer speziellen Box, damit sie anschließend zentral gewaschen und erneut bereitgestellt werden können.

Im Vergleich zu Einwegbechern und Einweg-deckeln ist der Mehrwegbecher mit Pfanddeckel kostengünstiger. Es rechnet sich für Unternehmen also, auf die umweltfreundliche Alternative zu setzen.

FairCup-Becher gefüllt mit weihnachtlichen Leckereien lassen sich prima verschenken, um dadurch noch mehr Göttingerinnen und Göttinger auf das schlaue Mehrweg-Konzept aufmerksam zu machen. Lesen Sie das Magazin um mehr zu erfahren.

Gegen den Mainstream! Viele entscheiden sich bewusst für den vielseitig einsetzbaren Pfandbecher FairCup

Die Bäckereikette Schmidt aus Schleswig macht es vor und entscheidet sich bewusst für das Pfand-Mehrwegsystem FairCup entgegen dem Mainstream, weil dieser Becher nachhaltiger, umweltbewusster, qualitativ hochwertiger und auch noch kostengünstiger ist.

Beim Klima- und Umweltschutz sollte es nicht nach dem Mainstream gehen, was einzelne Personen oder Gruppen meinen, welches Pfandsystem oder Becher gerade „IN“ ist. Es zählt in erster Linie die Verringerung des Plastikmülls, der Schutz unserer Meere, unserer Strände und unserer Naturschutzgebiete, so Meyer vom FairCup. Daher hat sich auch der Inhaber der Bäckerei Schmidt bewusst für den FairCup entschieden.

Meine Kunden kommen zu mir, mein Image zählt und dass ich glaubhaft herüberkomme, dass wir entgegen des Mainstreams uns mit Bedacht für das innovative und deutlich nachhaltigere FairCup-System entschieden haben, so Lemmermann.

Worum geht es hier eigentlich?

Es geht nicht nur um den Pappbecher allein. Mit ihm fallen gerade auch Einwegdeckel an, die nicht im Müll sondern in unserer Natur landen. Dies macht uns hier mehr Kopf zerbrechen als der Becher selbst. Wir wollen Plastikmüll vermeiden und produzieren ihn, wenn wir den Einwegdeckel nicht gleich mit ersetzen. Daher haben wir den FairCup gewählt, denn hier ist ein dichter einfacher Mehrwegdeckel seit mehr als einem Jahr im Pfandsystem. Der nachhaltige Gedanke wird beim FairCup nicht nur vorgegaukelt, er wird glaubhaft gelebt und spiegelt sich im stoffreinen Produkt wieder. So sind Becher und Deckel voll recycelbar und werden nicht einfach upgecycelt. So heißt es, wenn ein Wertstoff durch einen Aufdruck verunreinigt ist. Gleichzeitig ist das System ebenfalls einfach und dabei auch noch kostengünstiger. Schön, wenn Städte und Gemeinde ein anderes System subventionieren und dabei eher auf Marketing als auf Nachhaltigkeit setzen. Klar fällt es mir leichter dieses System zu nutzen, doch sollte hier nicht der Umweltgedanke und die Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen? Was ist, wenn die Subvention ausläuft, was kostet mich dann das andere System und wird es Produkte wie den FairCup noch geben? Ist das noch ein fairer Wettbewerb?

Daher machen wir bei dem Hype des Mainstreams nicht mit und entscheiden selbst, was gut für uns und unsere Kunden ist, so Lemmermann. Ich bin Unternehmer und habe neben der ökologischen Verantwortung auch eine Verantwortung meinem Personal gegenüber.

Hinzu kommt beim FairCup die Besonderheit der Automatentauglichkeit. Schon jetzt läuft der Modellversuch in Göttingen mit zwei großen Supermärkten sehr gut und wurde um zwölf Monate verlängert, so Meyer vom FairCup. Mit diesem Konzept können wir auf den Markt zusätzlich punkten, da unser Automatenhersteller schon jetzt 30.000 Standorte bundesweit hat! Hier können Kunden nicht nur mit einem Kaffee-to-Go einkaufen. Hier bekommen Kunden ihre Ware an den Frische-Theken im FairCup verpackt. Welches Pfandsystem kann diese Vielfalt leisten? Und das Highlight, die gesammelten Becher können ganz einfach über den Leergutautomaten beim nächsten Einkauf abgegeben und verrechnet werden. Ist das nicht innovativer als lediglich Coffee-to-Go-Becher zu ersetzen?

So läuft‘s: 1,00 € Pfand für den Becher und 0,50 Euro für den Mehrwegdeckel hinterlegen und an jeder beliebigen FairCup Verkaufsstelle befüllen – mitnehmen und nach Gebrauch bei einem Partner oder im Automaten wieder abgeben. Mittlerweile nehmen ihn auch gerne User mit nach Hause, da er ein ansprechendes Design hat und man ihn nur ungern wieder abgeben will. Der Konsument mag ihn, den kleinen Poppigen Becher aus Göttingen! aber auch dies ist OK, wenn er nicht im Müll oder in der Natur landet, sondern wieder und wieder benutzt und befüllt wird – denn dies ist auch Teil unseres Konzeptes. Umso mehr ihn nutzen, umso weniger Müll fällt an – umso weniger Einwegbecher (Pappbecher) und Einwegdeckel (Plastik) werden gebraucht und unsere Umwelt geschont… Wer also auf seinem Coffee-To-Go nicht verzichten und dabei auch an die Umwelt denken möchte, kann mit diesem Mehrwegbecher FairCup viel erreichen.

Faircup: Mehrweg statt Plastikmüll in Göttingen

Göttingen. Das Faircup-Projekt der Berufsbildenden Schulen geht in die zweite Runde. Seit Dienstag bieten zwei Göttinger Supermärkte Waren an der Wursttheke auch in Mehrwegverpackungen an. In dem bundesweiten Pilotprojekt können die benutzten Behälter zusammen mit Leergut an einem Pfandautomaten wieder abgegeben werden. Sie werden gespült und können bis zu 500 Mal genutzt werden. Die Idee für Faircup entstand im Unterricht an den Berufsbildenden Schulen II in Göttingen. Ein wiederverwertbarer Kaffeebecher wird bereits seit Februar 2017 in vielen Bäckereien in Göttingen ausgegeben.

Mehrweg statt Pappe…

Göttingen 02.05.2018. Ein Institut macht sich frei von Pappbechern. Der Kantinenchef Herr Krüger vom MPI (Max-Planck-Institut, Am Faßberge in Göttingen) : „Es reicht nicht nur zu reden, man muss handeln – raus mit den Pappbechern und rein mit Mehrweg! – Ab sofort gibt es bei uns keine Alternative mehr. Projekte, wie der FairCup gehören unterstützt und nicht sabotiert.“

Am 02.05.2018 hat das MPI-Institut am Faßberge den FairCup eingeführt. Ab diesem Stichtag wurden hier keine Pappbecher mehr ausgegeben. Eine Entscheidung, die Herr Krüger bis heute nicht bereut hat. Seit er die neuen Becher im Einsatz hat, werden keine Becher mehr in großen Mengen in die Labore einfach mitgenommen. Auch kommen die Becher zurück oder werden aufgefüllt. Der Kaffeekonsum hat sich nach der konsequenten Umstellung nicht reduziert, lediglich der Müll und die Anzahl der täglichen Becherflut.

Herr Krüger freut sich, da sein konsequenter Weg zum einen messbar Müll reduziert hat, die Becher nun zirkulieren und die Kantine auch noch „Geld“ spart. Wir mussten täglich 100 von Einwegbechern auffüllen. Seit wir den FairCup haben, müssen wir gar nicht mehr auffüllen. Die Investition in den Mehrwegbecher hat sich für uns mehr als gelohnt und war schon nach wenigen Wochen sehr erfolgreich.