Mehrweg statt Wegwerf. 320.000 Einweg-Kaffeebecher verbrauchen die Deutschen pro Stunde. Einriesiger „Müllberg to go“, dem nun der Kampf angesagt wird

Text: Jan-Peter Wulf

[…] ANFORDERUNG: LEICHT, BRUCHSICHER UND STABELBAR

Das Pilotprojekt „FreiburgCup“ macht Schule. Berufsbildende Schule, um genau zu sein: Denn inspiriert von den Freiburgern, hat die Lehrerin Sibylle Meyer aus Göttingen das Thema Mehrweg-Becher in ihre Einrichtung gebracht. „Berufsschüler sind typische Coffee-to-go-Kunden“, erklärt sie. Aus der Idee wurde eine Abschlussarbeit des Abiturjahrgangs 2017 und dann ein „social Business“: der „fairCup“ (www.fair-cup.de) Weil die örtliche Abfallwirtschaft sich nicht beteiligen wollte, entwickelten die Schüler sogar einen eigenen Finanzierungsplan und stellten einen ersten Becher vor. Der allerdings fiel in der Praxis durch: Zu klein für einen Cappuccino, der Deckel aus kompostierbarem Material nicht alltagstauglich … doch aufgegeben hat man nicht und eine Evaluation gestartet. Die ergab: Leicht, bruchsicher und stapelbar mit Mehrwegdeckel muss der „FairCup 2,0“ sein. Vom ursprünglich verwendeten Biokunststoff ging man weg, recycelbares Polypropylen ist nun die Basis – ausgemusterte Exemplare können zu Granulat zerkleinert und erneut zu einem Becher geformt werden. Auch die Aufdrucke verschwanden, Sie führten beim Spülen zu Verunreinigungen. „Wir wollen, dass die Becher wieder und wieder benutzt werden“, so Sibylle Meyer

Ende 2017 hat man die Version 2 des „fairCup“ in den Umlauf gebracht. Der wird sogar von Automaten akzeptiert – weswegen ebenfalls Supermarktketten ihn nutzen… […]

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